Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose
Die Behandlung von Arthrose stützt sich auf mehrere Säulen. Ziel ist es, Schmerzen zu dämpfen, die Beweglichkeit zu erhalten und den Alltag selbstständig zu meistern. Wir stellen die Optionen neutral und evidenzbasiert dar.
Bewegungstherapie & Physiotherapie
Was ist das? Angeleitete Übungen zur Kräftigung stabilisierender Muskeln, Verbesserung von Koordination und Gelenkführung sowie sanfte Kapseldehnungen.
Wann wird sie eingesetzt? Bei jeder Form und jedem Stadium der Arthrose als unverzichtbare Basismaßnahme.
Was kann sie bewirken? Schmerzlinderung, verbesserte Gehstrecke, Schutz des Knorpels durch muskuläre Stoßdämpfung.
Grenzen: Ein bereits verlorener Knorpelbelag kann nicht neu herbeigezaubert werden. Der Erfolg erfordert dauerhaftes eigenständiges Üben.
Medikamentöse Schmerztherapie
Was ist das? Entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac als Gel oder Tablette).
Wann wird sie eingesetzt? In schmerzhaften Phasen, um Entzündungen zu dämpfen und Bewegung wieder zu ermöglichen.
Grenzen & Risiken: Tabletten sollten wegen möglicher Magen-, Nieren- und Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen nur so kurz und niedrig dosiert wie möglich eingenommen werden. Topische Gele haben deutlich weniger systemische Nebenwirkungen.
Injektionen ins Gelenk (Intraartikuläre Therapien)
Was ist das? Das Einspritzen von Wirkstoffen (z. B. Kortison bei akut aktivierter Arthrose oder Hyaluronsäure) direkt in den Gelenkspalt.
Wann wird sie eingesetzt? Bei starken Reizzuständen oder wenn orale Medikamente nicht vertragen werden.
Evidenzlage: Kortison kann kurzfristig (für einige Wochen) starke Entzündungen wirksam lindern. Hyaluronsäure wird von Fachgesellschaften unterschiedlich bewertet. Jede Injektion birgt ein kleines Infektionsrisiko.
Hilfsmittel & Orthopädische Technik
Was ist das? Gehstützen, entlastende Orthesen, Pufferabsätze, ergonomische Alltagshelfer oder Daumenschienen.
Nutzen: Physikalische Umverteilung von Spitzenkräften weg von den verschlissenen Knorpelarealen.
Operativer Gelenkersatz (Endoprothetik)
Was ist das? Der Ersatz der zerstörten Gelenkflächen durch moderne Metall- und Kunststoffimplantate (Teil- oder Vollprothese).
Wann infrage kommend? Wenn alle konservativen Maßnahmen über Monate ausgeschöpft sind, der Alltag massiv leidet und ständige Ruheschmerzen den Schlaf rauben.
Rehabilitation: Eine strukturierte Anschlussheilbehandlung (Reha) ist essenziell, um die neue Gelenkfunktion optimal nutzen zu lernen.